NOlympics 2008 in China

17. März 2008 – 23:14 YouTube Preview Image

Alles nicht neu – wir hatten das ja in anderer Form schon mehrfach…

1936 inszenierte Nazideutschland die Spiele in Garmisch-Partenkirchen und Berlin zu einer gigantischen Propagandaschau des aufstrebenden „Dritten Reiches“. Der Schriftsteller Heinrich Mann hatte gemahnt: „Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren?“
Reichskanzler Adolf Hitler wusste die Bedenken offenbar an den entscheidenen Stellen zu zerstreuen: Kurzfristig ließ er die Hetze gegen Juden aussetzen, Ausgaben der antisemitischen Wochenzeitung „Der Stürmer“ wurden zensiert und Redakteure, die weiterhin antisemitische Hetzkampagnen publizierten, sogar in Schutzhaft genommen.

Später bekannte die BRD allerdings Farbe:

„So hätte es sich wohl auch Helmut Schmidt gewünscht – tatsächlich musste er jedoch Bündnistreue beweisen und löste mit seinem Nein für Moskau eine erbitterte innerdeutsche Debatte aus. Der damalige Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Willi Daume, wurde bei einem Gespräch im Kanzleramt auf Linie gebracht. Wenn man die Gefahr eines dritten Weltkriegs heraufbeschwören wolle, solle man ruhig nach Moskau fahren, habe Schmidt gesagt. Rückendeckung erhielt Daume damals vom Präsidenten des Deutschen Sport Bunds (DSB). „Sport taugt nicht zum Knüppel der Politik.“ Doch letztendlich mussten sich beide beugen – der Bundestag sprach sich einmütig für ein Fernbleiben aus.“

Heute wird leider nurmehr gemerkelt. Der Chinesische Bumerang eben.

Wir haben ja gerade schon hier und da berichtet – nun schreibt auch die Süddeutsche über die Politik der Ringe:

„Besäße das IOC ein politisches Gewissen, wollte es eine ernstzunehmende Rolle in der globalen Gesellschaft spielen außer als Jongleur von Wirtschaftsinteressen, dann hätte es 2001 die Spiele nicht nach Peking vergeben. Es hätte seine Entscheidung in die ferne Zukunft gelegt und in China auf deutliche Fortschritte in Fragen der Menschenrechte und des Umweltschutzes gewartet.
Aber so kompliziert denkt der Sport nicht. Das kann man aus den Worten der Athleten zur Boykottfrage herauslesen. Die Sportler sind so verhaftet in ihrem strapaziösen Alltag, dass sie sich nicht von höheren Mächten ihre Ziele zerstören lassen wollen. Das zeigen vor allem die empörend oberflächlichen Äußerungen hoher Funktionäre wie des IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach, der als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes auch der höchste Repräsentant des hiesigen Sports ist.“

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  1. 4 Kommentare zu “NOlympics 2008 in China”

  2. Michael Lalk

    Thomas Bach? Ich sage zu diesem Herrn nichts, sonst geht es mir wir dem Saftblog.
    Aber Diese Scheinheiligkeit der Funktionäre regt mich immer wieder auf. Denen geht es doch nicht um Sport, nicht um Frieden, nicht um das Treffen der Jugend aus aller Welt. Denen geht es um ihr ganz persönliches Vergnügen. Wer weiß, was bei den Funktionärsheinis und Tanten während der Spiele so abläuft, der ist geheilt. Der olympische Gedanke soll dann so klein sein, dass man ihn mit einem Elektronenmikroskop suchen muß. Deshalb komme bloß keiner, die Spiele abzusagen.

    geschrieben von Michael Lalk am 18. Mrz, 2008

  3. Ludger

    Ich halte die Spiele schon seit Jahren für einen gigantischen Unsinn, wo junge Sportler den Karren der Politik ziehen sollen. Die „fröhlichen Spiele“ wird es nicht mehr lange geben, weil Terror, Gewalt und Korruption die Regie übernommen haben. Was in China aktuell passiert ist kultureller Völkermord – wir wissen es und können nichts machen!? „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Dieses Grundrecht wünsche ich den Tibetern und den Spielen zurück.
    Ich bete dafür!

    geschrieben von Ludger am 18. Mrz, 2008

  4. Nic.Freytag Loringhoven

    Hinter Sport-Events sollte die Idee von Ehrlichkeit, Anstand, Sauberkeit stehen. Was ist heute da zu sehen: Betrug, Manipulation, Doping,
    Korruption,gigantische Flurschäden und Kommerz ohne Ende! Und welch zweilichtige Figuren an Spitzen der großen Sport-Verbände! Nein Danke.

    geschrieben von Nic.Freytag Loringhoven am 23. Aug, 2010

  5. Nic.Freytag Loringhoven

    Hinter Sport-Events sollte die Idee von Ehrlichkeit, Anstand, Sauberkeit stehen. Was ist heute da zu sehen: Betrug, Manipulation, Doping, gigantische Flurschäden und Kommerz ohne Ende.
    Nein danke.

    geschrieben von Nic.Freytag Loringhoven am 23. Aug, 2010

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