Zwei-Klassen Medizin – Woher?!

18. April 2008 – 20:43

Heute hier mal nichts zur e-card – aber dafür informiert Die Freie Ärzteschaft und das sollte jeder hier im Staate wissen:

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Zwei-Klassen-Medizin?
Unterschiedliche Wartezeiten für gesetzlich und privat
Versicherte – was sind die Ursachen?
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Die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen immer höhere Beiträge
bezahlen. Gleichzeitig bekommen sie immer weniger für ihr Geld.

So müssen Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen seit einigen Jahren
immer länger auf spezialisierte Untersuchungen und auf geplante Klinik-
behandlungen warten. Privatversicherte kommen in Praxis und Klinik
schneller dran.

Woran liegt das?

Privatversicherte bezahlen zwar nicht grundsätzlich höhere Beiträge als
gesetzlich Versicherte, erhalten aber schneller und bessere Leistungen.
Den privaten Krankenkassen ist die Versorgung ihrer Versicherten offenbar
mehr Geld wert. Einst investierten die gesetzlichen Krankenkassen AOK,
Barmer und Co. über 22% ihrer hohen Einnahmen für die gesamte ambulante
Behandlung in Arztpraxen. Heute sind es nur noch 15%, obwohl niederge-
lassene Ärzte mehr als 90% der Krankheitsfälle behandeln. Haus- und
viele Fachärzte bekommen daher nur noch 7-15 Euro im Monat für die
Behandlung eines gesetzlich Versicherten. Das reicht für eine gute
Behandlung nicht aus. Wegen der knappen Budgets können Ärzte nur
eine begrenzte Zahl von Kassenpatienten versorgen. Dafür ist die
Politik verantwortlich.

Wo versickert das Geld der Krankenkassen?

Der Bürokratiewahnsinn verschlingt Unsummen. Durch immer neue „Gesundheits-
reformen“ gezwungen, müssen die Krankenkassen in unsinnige Prestigeobjekte
der Politik investieren. Die Politik bedient sich im Gesundheitswesen wie
auf einem Basar und Milliarden von Euro werden aus der Patientenversorgung
in andere Bereiche verschoben. Wo ist das Geld aus der Tabaksteuererhöhung
2003 geblieben? Warum die höhere Mehrwertsteuer auf Medikamente?

Politik ohne Verantwortung!

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach, seit Langem einer der Hauptberater der
Gesundheitspolitik, ist für die Folgen der „Gesundheitsreformen“ mitverant-
wortlich. Gleichzeitig ist er Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikkonzerns
„Rhön-AG“. Auch dort erhalten Privatversicherte nachweislich deutlich
schneller Termine. (WDR Sendung „ hart aber fair“2007)

Wir brauchen Transparenz!

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen und ihre Aufwendungen für
ärztliche Behandlungen müssen transparenter gemacht werden. Das wird nur
gelingen, wenn in Zukunft der Patient eine Rechnung für seine Behandlung
nach einer allgemein gültigen Gebührenordnung mit angemessenen Honoraren
erhält. Diese Rechnung bezahlt der Patient nach der Erstattung durch seine
Kasse. In begründeten Ausnahmefällen rechnen die Ärzte direkt mit der
Kasse ab. Nur so wird die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in Haus-
und Facharztpraxen in unserem Land erhalten bleiben!

Transparenz – jetzt!

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