Whadda week… Wege aus der Krise

12. August 2008 – 01:17

Also, vom Manic Monday aus gehts weiter im Wochenbericht einer Ärztin aus Leidenschaft. Aufstehen 6:30 – wie jeden morgen. Haushalt bis 8:00 – ab dann im Dienste der Praxis.  Zwischendurch mit Telefon am Ohr ein kleiner dogwalk mit den Avalonians.

Am Total Tuesday muß zwischendrin noch das Auto in die Werkstatt. Lichtblick: Autohaus Yvel – das sind die mit der Dauer Power. Werde dort von Daniela Bender, Auszubildende zur Mechatronikerin, betreut. Die ist so klasse, daß ich sie glatt in die Geschäftsleitung holen würde, wäre das mein Laden…
Dann kommt der Supergau: die gerade frisch eingestellte Hauptkraft der Praxis meldet sich auf unbestimmte Zeit krank. Meine seit 15 Jahren ewig treue Mitarbeiterin Gaby ( Halbtagskraft wohlgemerkt ) und ich müssen den ganzen Praxisbetrieb also alleine stemmen. Und die nächsten Wochen umplanen. Mittags kurz raus zum dogwalk, dabei schnell die externe, probatorische Praxisberaterin über die Krise informiert. Wird nix mit dem Managementplan jetzt.. Nachmittags non-stop Telefonsprechstunde bis 19:00. Danach „Liegengebliebenes“ und Krisenplan bis 23:00 h. Keine Zeit für Privates …

Der Wild Wednesday bringt neue Unvorhergesehenheiten. Wieder zieht sich die Arbeit endlos in die Länge. Akut und teilweise dramatisch. Um 15:00 ist die Vormittagssprechstunde dann fertig. Ich muss noch ins Labor dann, wie jeden Mittwoch, am anderen Ende der Stadt, um höchstpersönlich die Arbeit dort zu validieren. Gesetzesauflage… Während des dogwalks mit den lieben Freundinnen, die Ihr schon aus der Trilogie der Schröcklichkeiten kennt, beschließe ich,  mit MyOneAndOnly ein schönes diner im Lieblingsrestaurant zu goutieren. Ich schiel schon vor Müdigkeit ins candlelight…

Folgt Turmoil Thursday mit knallvoller Praxis und endlosem Verwaltungskram. Danke, Ulla. Viel Papier täuscht über mangelnde Qualität im Fliegenträger-Krankheits-Überwachungsstaat nicht weg. Den Nachmittag hab ich mir mangels Helferin wieder rein als Telefonsprechstunde eingerichtet und einen lang versprochenen Ausflug mit Nachbarskind Emma (8) und den Hounds of Avalon geplant. Doch morgens fällt die externe Telefonzentrale ohne Vorwarnung bis auf weiteres (Montag) komplett aus. Also: Weiterleitung aller Anrufe auf mein handy, denn Emma will ich nicht enttäuschen. Die hat leider nicht viel von mir, weil ja das Telefon dauernd klingelt. Der Betreiber der Telefonzentrale ist übrigens nicht erreichbar. MyOneAndOnly kommt zum Picknick dazu – Emma ist schließlich unser Glücksstern, weil wir uns ohne sie niemals auf der Strasse begegnet wären.
Zwischen der ganzen Telefoniererei werde ich in der Hundebucht dann auch noch von etlichen Spazieren um ärztlichen Rat ersucht – so en passant for nothing but my nerves. Stresspegel auf 1001. Ich muss die Reißleine ziehen. MyOneAndOnly in die nicht mit mir besprochenen Folgeverabredungen entlassen, Emma heimfahren, völlig ruhig wirken und bleiben. Und dann dringend meine Steuerberaterin anrufen und um Eiltermin bitten wegs Vorbereitung eines Bankgesprächs ob der Praxissituation in Anbetracht der Personalkosten. Und der neuen Mitarbeiterin in der Probezeit kündigen. Eine beinharte unternehmerische Entscheidung, die mir schwerfällt. Sachzwänge. Gottseidank hat Monika Birkner einen Telefon-Coaching-Termin für mich am Freitag frei. MyOneAndOnly ist vergrätzt und ich arbeite bis tief in die Nacht. Heulend vor Erschöpfung.

Dann Freeing Friday. Schaue mit meiner wunderbaren Steuerberaterin ins Auge des Sturms. Die Planung wird klar. Und hab ein phantastisches Coaching mit Monika Birkner. Land in Sicht. Dank der beiden Wege aus der Krise gefunden.
Am Rhein schlaf ich auf dem dogwalk ein. So fertig war ich nicht mal nach 76 Stunden Dauer-Diensten in der Klinik. Bin ich jetzt alt?!
Bin todmüde und MyOneAndOnly will mit mir auf eine Party, von der ich gar nichts wusste. Kann ich nicht. Puuuh – großer Stress. Muß MyOneAndOnly allein gehen. Ich geh um 20:00 h ( Skandal: ich bin eine Eule eigentlich – ja, Leben im Jetlag ) ins Bett und schlafe, schlafe, schlafe. Unterbrochen von Sir Jowo, unserem wundervollen Rüden, der die ganze Nacht erbricht. Es ist der Todestag meines ersten Rüden, des unvergessenen Jhampas, der an einer geplanten Vergiftung starb. Hundehasserattacke. Die Symptome sind sehr ähnlich. Ha – aber wir kommen durch.

Folgt Weak-End. Den Samstag widme ich wie immer waschen, putzen, legen. Und denken. Erhole mich langsam. Aber MyOneAndOnly verliert Geduld und Glauben. Am Sonntag stehen fast alle Zeichen auf Trennung. Dazwischen spreche ich mit der gekündigten neuen Mitarbeiterin, die Zuspruch braucht. Und lese den hervorragenden Artikel ( Lesebefehl!) nebst Diskussion von Cem BasmanDas Leben ändert sich“ .

Ein neuer Montag: Überraschung: die Unternehmensberaterin ( die externe Praxisberaterin s.o. ) ist den ganzen Tag da und hilft mit. Eine Zeitarbeitskraft stellt sich vor. Aber die ist mehr so wie die hier drauf. Aber Dienstag kommt noch eine zur Vorstellung. Mal sehen. Und Sonntag hab ich am Rhein Phoenix getroffen. Vielleicht wird sie ja die neue Frontfrau…

Dank des unermüdlichen supports von Freundin Kirstin Walther, Freund Michael Stresstoy und der sehr geschätzten, seelenverwandten Monika Birkner kriegen wir das alles hin.

It´s a good life !

Burn-out war gestern. Today is NOW. Stay tuned…

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  1. 5 Kommentare zu “Whadda week… Wege aus der Krise”

  2. ednong

    Puh.
    Nachdem nun über eine Woche nix mehr kam, hab ich mir so etwas schon gedacht. Allerdings übertrifft das doch bei Weitem meine Vorstellungen. Klingt ja wirklich wie „Alles Böse auf einmal“.

    Solche Zeiten gibts. Ich drehe mich gerade im Kreis, weil ich weder vor noch zurück kann oder weiß. Ätzend. Aber irgendwie muß man da, glaub ich, immer mal durch.

    Du schaffst das. Ganz bestimmt.

    geschrieben von ednong am 12. Aug, 2008

  3. Ulrike

    Hi Sarah,

    bei dem Pensum könntest Du ja ne weitere Hilfsengelschar gebrauchen … 😉

    Ich drück Dir die Daumen, dass sich alles ganz schnell wieder „einrenkt“ und Du wieder zu DIR finden kannst … und vor allem zu „MyOneAndOnly“.

    Sonnige Grüße aus dem Osten Düsseldorf,
    Ulrike

    geschrieben von Ulrike am 12. Aug, 2008

  4. Ludger

    Puh – ich kann mich gut in Deine Lage versetzen! Man hat das Gefühl, alles bricht zusammen und man ist nur noch Passagier in seinem eigenen Leben!
    Es kommen wieder andere Zeiten, liebe Sarah.
    Halte die Ohren steif und kämpfe weiter!
    Ich finde es gut, dass du hier im Blog damit so offen umgehst. Das wird dir helfen.
    Ich drücke dir die Daumen!

    geschrieben von Ludger am 12. Aug, 2008

  5. bert

    http://www.youtube.com/watch?v=dxkeJALHrVM&feature=related

    ;-)) herzliche Grüße, Bert

    geschrieben von bert am 13. Aug, 2008

  6. bert

    http://www.youtube.com/watch?v=IUGMKAlQRcI&feature=related
    „We’ve Still Got a World To Win‘ “
    ..und das dazu..

    geschrieben von bert am 13. Aug, 2008

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