The Mists of Avalon – Belief is Peace

17. Januar 2009 – 23:33

In fast allen spirituellen Traditionen hat das „übergeordnete Prinzip“ den Menschen die Fähigkeit, die Freiheit zur Unterscheidung und Erkenntnis gegeben. Doch was machen wir draus?
Rassismus, Wirtschaftskriege, Glaubenskriege etc pp..
Gehen wir verantwortlich mit dieser Freiheit um ? In Zimbabwe, Gaza, EU, der hiesigen Wirtschaft?!
Ist nicht eigentlich der große Gedanke hinter all dem Friede? So wie zB im Camelot der Artus Sage?
Was können wir daraus lernen ?
Was tut jede/r von Euch ab jetzt dazu ?

Die Avalon Fraktion sendet zur Anregung ein weiteres Video:

Verwandtes:

  1. 11 Kommentare zu “The Mists of Avalon – Belief is Peace”

  2. Michael (Baudax)

    Es gibt sicher nur wenige Begriffe, die so mißbräuchlich interpretiert werden, wie der Begriff „Freiheit“. Echte Freiheit braucht klare Gesetze, bedingungslose Freiheit erzeugt Chaos.
    Nehmen wir die franz. Revolution, „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, in der Jean-Jacques Rousseau die Freiheit so interpretierte:
    „Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.“
    Oder auch Altmeister Goethe sagt in „Natur und Kunst“ : „Wer Großes will, muß sich zusammenraffen, in der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, und DAS GESETZ NUR KANN UNS FREIHEIT GEBEN.
    Aber es gilt: Die Freiheit ist auf dem Rückzug, nicht im Kommen.
    Die Organisation „Freedom House“ hat unlängst eine Analyse herausgegeben, dass nur 46 % der Menschheit in Freiheit lebt.
    Ich erinnere nicht mehr die Zahl der „völlig unfreien Staaten“, aber es waren auch über 40.
    Ich bleibe sehr nachdenklich.

    geschrieben von Michael (Baudax) am 18. Jan, 2009

  3. Coletta Latifah

    Liebe Sarah,
    der große Gedanke hinter all dem, der Friede, will gefunden sein. Gerade wenn wir nicht selbst mitten in den Konflikten sind haben wir diese Aufgabe meine ich. Ich bin seit 12 Jahren in der Christlich-Islamischen Gesellschaft, seit vielen Jahren im Bendorfer Forum für Interreligiösen Dialog (Juden-Christen-Muslime) und damit seit Anbeginn bei URI (United Religions Initiative) URI unterstützt weltweit interreligiöse Dialogkreise und Friedensinitiativen. Ich habe erfahren, dass Dialog (Trialog und mehr) möglich ist, dass z.B. auf neutralem Boden Palästinenser und Israelis miteinander reden können und – das zunächst Wichtigste – die Sicht des anderen verstehen (damit nicht billigen, aber verstehen) und das wir vermitteln helfen sollen, aber nicht polarisieren. Das bedeutet, dass man nicht übereinander („Wir“ – „Die da“)sondern miteinander spricht.
    Im Koran – in meiner Tradition – heißt es, dass die Menschen verschieden geschaffen sind, damit sie einander kennenlernen. Und wer bereit ist, die anderen kennen zu lernen, lernt dabei auch sich selbst kennen.
    Unsere spirituellen Traditionen führen uns dahin wenn wir sie nicht oberflächlich benutzen.
    Damals nach dem Krieg in Ex-Jugoslawien sagte ein junger Bosnier zu den Versammelter einer Konferenz: „Schön, ihr predigt mir nun friedliches Denken und Handeln, aber ich weiß, dass der Mann der drüben aus dem Fenster schaut meinen Onkel umgebracht hat. Wie bitte soll ich das mal eben verzeihen?“
    Es gibt viel zu tun. Wie immer auf diesem Planeten.
    Und was ich selbst tue? Abgesehen von den o.g. Aktivitäten versuche ich das Planspiel „Toledo“ von der israelischen Professorin Aviva Doron durchzuführen – eine wunderbare Möglichkeit für die Teilnehmer „Wir“ und „Sie“ und Mehrheit bzw. Minderheit sein.
    Wenn ich nicht noch ein paar Euro leider verdienen müsste (und auch gern mit meinen Klienten arbeitete) würde ich damit ganz ganz oft durch die Gegend touren!
    Liebe Grüße
    Coletta Latifah
    P.S. Auf Deine Frage Sarah: Unsere befreundete Familie in Gaza ist nach wie vor nicht zu erreichen.

    geschrieben von Coletta Latifah am 18. Jan, 2009

  4. Doc Sarah

    @ baudax-michael und @ coletta: danke euch sehr für die comments!

    fällt mir noch ein zitat von martin buber ein:
    aus einer von Martin Buber am 31. Oktober 1929 (!!!) in Berlin gehaltenen Rede:

    „Wir haben in Palästina nicht mit den Arabern, sondern neben ihnen gelebt. Das Nebeneinander zweier Völker auf dem gleichen Territorium muß aber, wenn es sich nicht zum Miteinander entfaltet, zum Gegeneinander ausarten. So droht es auch hier zu geschehen. Zum bloßen ‚Neben‘ führt kein Pfad zurück. Aber zum ‚Mit‘ kann, so groß sich auch die Hindernisse aufgetürmt haben, immer noch vorgedrungen werden. Ich weiß nicht, wie lange noch. Ich weiß nur, dass wir, wenn wir dahin nicht gelangen, nicht zu unserm Ziel gelangen werden. Zum dritten Mal werden wir an dem Land erprobt.“

    im aktuellen gaza-krieg habe ich zwei israelische freunde verloren. meine palästinensischen leben glücklicherweise noch alle (ich hoffe sehr, coletta latifah, eure auch!).

    in meiner spirituellen tradition – tibetischer buddhismus – pflegt der dalai lama seit jeher den interreligiösen dialog. es ist immer wieder beeindruckend, wie einfach die verständigung bei solchen veranstaltungen wird, bei denen die diskutanden MITeinander reden wollen.

    noch mal zu baudax-michael: ja, unfreie staaten, unfreie menschen – es sind erschreckend viele. und erschreckend viele kriege auf der welt.
    die freiheit zu unterscheiden (oder auch das cartesianische prinzip des entweder-oder) ist uns irdlingen reichlich entglitten. ja – nein, ich – du, gut – böse, richtig – falsch etc. pp.

    wie haben wir das in der schule gelernt?! these – antithese – synthese …

    wär doch schön, wenn wir alle uns etwas mehr auf das alleine besinnen, das jeder tradition zugrunde liegt. das würde mehr frieden bringen – und respektvolleres umgehen auch mit diesem planeten.
    sind wir doch alle tropfen im ozean…

    geschrieben von Doc Sarah am 18. Jan, 2009

  5. 1000Sunny

    Ich glaube wir brauchen gar keine Gesetze. Anderen Leuten vorzuschreiben, wie sie zu sein haben, ist ja schon wieder der erste Schritt zum Krieg. Und ich glaube darin liegt wohl das Problem jedes Friedensprozesses. Der erste Schritt geht schon in Richtung Krieg.

    geschrieben von 1000Sunny am 18. Jan, 2009

  6. Doc Sarah

    @ 1000Sunny: kennst du den song von nicolette ?! no government … gabs hier an anderer stelle schon im blog… der text ist be-denkenswert … 😉

    geschrieben von Doc Sarah am 18. Jan, 2009

  7. Michael (Baudax)

    @1000Sunny
    Gar keine Gesetze? Fangen wir doch gleich mit den göttlichen Gesetzen, den 10 Geboten an?
    Es sind nicht die Gesetze, die zum Krieg führen, sondern die Menschen.

    geschrieben von Michael (Baudax) am 19. Jan, 2009

  8. Monika Birkner

    Liebe Frau Dr. Schons,
    danke für die Diskussion, die Sie angeregt haben. Der Dialog ist sicher wichtig, sowohl zwischen einzelnen wie zwischen Religionsführern oder Staatsoberhäuptern. Und letztlich glaube ich, dass jede/r Einzelne dazu beitragen kann, indem er/sie Frieden in sich selbst schafft. Mein Lieblingszitat dazu: „Be the change you want to see in the world“ (Mahatma Gandhi).

    geschrieben von Monika Birkner am 19. Jan, 2009

  9. Doc Sarah

    liebe frau birkner,
    ich danke ihnen für comment und zitat gleichermaßen. und für vieles anderes… mehr
    ich hoffe sehr, daß dieser thread hier noch lange weitergeführt wird… das dualistische prinzip ist eine illusion. umso trefflicher das zitat von gandhi…

    geschrieben von Doc Sarah am 19. Jan, 2009

  10. Coletta Latifah

    Liebe Sarah,liebe Frau Birkner
    das Zitat ist wunderbar. Und bedeutet „to be the change“ nicht auch, im Äußeren aktiv dafür zu arbeiten?

    geschrieben von Coletta Latifah am 20. Jan, 2009

  11. 1000Sunny

    @Michael Badaux
    Ich teile Ihren Freiheitsbegriff leider in keinster Weise. Die französische Revolution hatte nichts mit Freiheit zu tun – sie war eine lang provozierte Entladung des Elends, das Staaten und Gesetze nun einmal auslösen.
    Auch Goethe hat damals im Auftrag der Herrscherschicht gearbeitet – und seine Zitate zum Thema Staat sind „bezahlt“.
    Ich stimme Ihnen aber zu, dass die Freiheit im Rückzug ist. Aber ich finde es schrecklich, dass es so viele Menschen gibt, die das gut finden. Aber was sollen Menschen schon von der Freiheit halten, die in den Schulen der Gesetzgeber gebildet werden?

    geschrieben von 1000Sunny am 24. Jan, 2009

  12. 1000Sunny

    @Doc Sarah
    Der Text ist schön. Leider werden viele denken: „People would do what they want“ – aha, schlimm, schlimm – Chaos
    Tu was Du willst, hat ja einen ganz schlechten Ruf bekommen.

    geschrieben von 1000Sunny am 26. Jan, 2009

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