Ein freier Mensch

21. April 2010 – 21:45

Ärzte sind „Freiberufler“. Nun ja – in diesem Land nicht mehr.
Wir werden von der Politik und (oder auch gleich) Pharmalobby und deren Chergen nicht nur gegängelt, sondern gar gezwungen. Zu manch gar schädlichem Unfug wider den hippokratischen Eid respektive der Genfer Deklaration des Weltärztebundes.

Deswegen lege ich Euch noch mal diesen Artikel mit dem wunderbaren Brief einer amerikanischen Kollegin, die sich wie ich nicht gängeln lässt,  ans Herz.

Es war kein geringerer, als mein verehrter Kollege Albert_SchweitzerW, hier auf dem Titelfoto der Internationalen Albert Schweitzer Vereinigung (AISL).

Er hat seinerzeit schon trefflich formuliert, was ein auch Arzt sein muss:

Ein freier Mensch

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen – wenn ich es kann! Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten! Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen; Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.
Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen.
Lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges, als dumpfe Ruhe Utopiens! Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.
Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: Dies ist mein Werk!
Das alles ist gemeint, wenn wir sagen: Ich bin ein freier Mensch!
Dr. med. Albert Schweitzer

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  1. 10 Kommentare zu “Ein freier Mensch”

  2. DocSarah

    Just blogged: http://www.doc-sarah-schons.de/blog/2010… #albertschweitzer #health #freedom

    geschrieben von DocSarah am 21. Apr, 2010

  3. just me

    „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ (B.Franklin)

    geschrieben von just me am 21. Apr, 2010

  4. Thorsten

    Sehr, sehr schöner Text – made my day. Danke!

    geschrieben von Thorsten am 21. Apr, 2010

  5. Stefanie Nowitzki

    Liebe Sarah, da hast du ja „mein“ Thema angerissen 😉 – Schwieriges Thema- Freiheit – Im Falle der Ärzteschaft in ihrer ambivalenten Beziehung zur Pharmaindustrie fallen mir ein paar Sätze von George Orwell ein: „Freiheit bedeutet die
    Freiheit zu sagen, daß zwei und zwei vier ist. Gilt
    dies, ergibt sich alles übrige von selbst. (Anm.: Könnte man glaben, wenn man hier aufhört zu lesen…aber lesen Sie bitte weiter:)

    Sicher. Ewig. Unumstößlich. Dachten wir. Hofften
    wir. Wollten wir. Daran klammerten wir uns fest.
    Trotzten manchen Unbill der Interpretation. Und
    doch mußten wir Situationen kennenlernen, da zwei
    und zwei ebenso leicht drei oder fünf hätte sein
    können (…) Da die Logik gegen die Logik ins Feld
    zu führen war. Und das Fürchterliche (…) war, daß
    alles wahr sein konnte“.

    ! LG, S.

    geschrieben von Stefanie Nowitzki am 22. Apr, 2010

  6. jwp4web

    RT @DocSarah: just blogged: http://www.doc-sarah-schons.de/blog/2010… #albertschweitzer #health #freedom

    geschrieben von jwp4web am 22. Apr, 2010

  7. Doc Sarah

    @ steff: was könnten wir jetzt philosophieren…. 🙂
    ja, freiheit ist ein großes thema…

    aber angesichts des jüngsten OLG urteils, das uns ärzte als „kassenbeauftragte“ sieht, komm ich mal down to earth und zitiere aus dem diskussionsforum dazu:

    „Ärzte als Kassenangestellte und Kassenbeauftragte, dass hätten sie gern, die Beitragsverschwender vom GKV-Kartell. Seit Jahrzehnten arbeiten sie für dieses Ziel.
    Aber noch haben wir eine Vertragsbeziehung zur KV und einen Rest von Freiberuflichkeit.
    Noch sind wir nicht der GKVen Laufburschen und die Befehlsempfänger einer korrupten Staatsmedizin.
    Wenn uns jemand beauftragt, dann ist das der Patient. Dem schulden wir dafür Können, Aufmerksamkeit, Wohlwollen, Wissen, Sorgfalt und berufliche Erfahrung.
    Und nicht den Erbsenzählern der GKV.“

    geschrieben von Doc Sarah am 23. Apr, 2010

  8. ednong

    Schönes Zitat. Werd ich gleich mal ausdrucken und hier an die Wand hängen. Dann fühl ich mich nicht gleich so schuldig, nur weil ich frei sein möchte.

    geschrieben von ednong am 24. Apr, 2010

  9. missi

    thx, zu Tränen gerührt, weil so aus meiner Seele heraus:)

    geschrieben von missi am 14. Mai, 2010

  1. 2 Trackback(s)

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