Seeing the light… Werner Schroeter

13. April 2010 – 20:16

Kaum ein Mensch hat mich über die Dekaden so geprägt und kam mir so nah, wie mein bester Freund und Seelenbruder Werner_SchroeterW, über den ich Euch ja schon einiges hier im Doc Blog geschrieben habe.
(es lohnt sich, den links dorten zu folgen…)

Ein grosser, genialer Künstler und ein sehr spezieller Mensch. Der der Welt immer und furchtlos mit Liebe begegnet ist. Und ein immenses Werk hinterläßt.

Grad noch war sein 65. Geburtstag – und gestern Abend hat er die Ebene gewechselt und ist ins Licht gegangen.

Und nun sitzen wir alle still und stumm.

Ob in der Zeit, dem Spiegel Online, bei n-tv etc – überall erste Meldungen. Es wird sicher viele Artikel über ihn geben bald – zumal die eher ignorante deutsche Medienlandschaft sich zwar spät, aber in den letzten Jahren doch intensiver, mit dem wohl meist ausgezeichnetem Regisseur Europens befasst hat. Ach, aber das könnt Ihr alles ergoogeln. Da kommt bestimmt noch ne Menge.

Das Foto von uns da oben ist 4 Jahre alt – Werner war schon krank – hätte eigentlich damals schon tot sein sollen, laut Prognosen der universitären Medizin. Aber wir zwei hatten ein Komplott gemacht. Und vier Jahre gewonnen. In dieser Zeit ist noch soviel tolles entstanden. Ein grandioser Film, Nuit de Chien, und viele großartige Inszenierungen. Und er hat noch viele, viele Preise für sein Werk bekommen. So zum Beispiel den Teddy Award. Hier seine Rede anlässlich der Verleihung als Video (wenn Ihr die Laudatio skippen wollt – bei Minute 11 einsteigen)  – das Zitat am Ende war immer unser Lieblingsspruch: „Robin tatü, Batman tata – heraus aus den Federn, der Morgen ist da..“

Nu darf er mal ausruhen, der unermüdlich kreative Geist. Schlaf gut, Bruder – see you next life – und dann geht’s weiter…

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  1. 5 Kommentare zu “Seeing the light… Werner Schroeter”

  2. just me

    danke sarah, für diesen artikel.

    geschrieben von just me am 13. Apr, 2010

  3. Elita Wiegand

    Manchmal sind Gefühle ganz schwer zu beschreiben. Abschied für immer, aber wie Du so treffend schreibst“ Seeing the light“

    Ich habe Euch Beide noch bei der Premiere des Films „Nuit de Chien“ erlebt, habe Eure Seelenverwandtschaft gespürt, tief innen, weiß ich, erahne ich, was Euch verbunden hat. Gestern Abend: Gedanken an Dich, Gedenken an einen großartigen Regisseur und Künstler, denk-würdige Minuten, als ich viele Artikel im Web noch mal über ihn gelesen habe.
    Liebe ja, Liebe.

    geschrieben von Elita Wiegand am 14. Apr, 2010

  4. Doc Sarah

    schon über 2000 menschen haben diesen post gelesen – über 7500 seitenaufrufe bis jetzt -danke. nun lest bitte das:über die herzensbildung: werner schroeter in der FAZ

    geschrieben von Doc Sarah am 18. Apr, 2010

  5. michael

    hat mich alles jetzt, obwohl zu erwarten, sehr tief berührt – als jahrzehntelanger fan und künstler neben fassbinder fasziniert und auch mein leben mit begleitet und beeinflußt – hätte noch ein paar fragen gehabt, kam aber jedesmal zu spät, zuletzt die fotoausstellung in münchen in der reichenbachstrasse gleich bei mir nebenan – wieder ein stück meiner schönsten lebenserinnerungen an die wunderbaren wilden, bunten in dieser inzwischen absolut toten dämlichen yuppiesierten hohle-idiotenstadt münchen weg, gegangen, allerdings – ein kleiner schwacher trost – in der würde einer sich gegen den lärm der heute allgegenwärtigen diktatur einer fantasielosen pseudo-fast-food, fun- kultur abhebenden stille, einem gefühl, das nur diese wunderbaren, kompromißlosen filme, frei von jeder art mentaler gehirnwäsche und gefühlskorruption und deren „ehrlichkeit “ nichts mir bekanntem gleichkommt, und eben die göttliche musik, die darin enthalten ist, vermitteln konnten – schönheit ist immer auch eine traurige sache, trauer nie häßlich … traurig schön, “ ohne wort und aber “ und damit kann man auch glücklich oder gottseidank auch unglücklich allein leben

    innigste grüsse – auch an hölderlin und nietzsche da oben, unten oder mittendrin, wo immer und die göttliche magdalena mont., fassbinder und alle himmlischen, unersetzbaren, life is very precious even right now

    geschrieben von michael am 25. Apr, 2010

  1. 1 Trackback(s)

  2. Aug 22, 2010: Seeing the light: Christoph Schlingensief | Doc Blog

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